e) 5.0 - ?? Liter Zwölfzylinder
Hierfür gilt alles für den V8 gesagte mit dem Faktor 2. Hinsichtlich ihrer Tuningmöglichkeiten müssen V12 Motoren auch unter dem Aspekt Kosten gesehen werden. Es müssen nunmal 12 Pleuel feingewuchtet werden, 24 - 48 Ventile samt Federn getauscht werden und eine riesige Kurbelwelle geschmiedet werden....
Turbo- und Kompressormotoren
a) 1.4 - 1.6 Liter Vierzylinder
Sind recht selten. Prominentestes Beispiel: Mini Cooper S mit einem 1.6 Liter Kompressormotor mit 163 PS. Namenhafte Tuner haben den Motor mit relativ kleinen Eingriffen auf 200 PS gebracht. Diese Motorenklasse ist hinsichtlich ihres geringen Gewichts und Platzbedarfs besonders für Sprinter geeignet.
b) 1.8 - 2.0 Liter Vierzylinder
Eine prima Kompromissklasse zwischen Leistung, Gewicht und Platzbedarf. Bei dieser sehr verbreiteten Motorenklasse gibt es jedoch sehr große Qualitätsunterschiede. Während die einen schon im Serienzustand wahre Sorgenkinder bezüglich Standfestigkeit und Thermik sind, lassen sich andere Motoren bei gleichem Hubraum auf 250 bis 300 PS bringen, ohne in den Motor eingreifen zu müssen. Hier empfehle ich, sich ausführlich in einschlägigen Foren zu informieren. Im allgemeinen haben Turbomotoren gegenüber Kompressormotoren nach oben hin mehr potential.
c) 2.0 - 3.0 Liter Sechszylinder
Quasi die Königsklasse. Hier spielen Supras, Skylines, 3000GTs und Porsches mit. Eine perfekte Mischung aus Gewicht und Leistung. Eine Toyota Supra mit 400 PS ist keine Seltenheit und 800 PS sind auch für normalsterbliche mit entsprechendem Geldbeutel quasi Plug and Play machbar. Da diese Fahrzeuge jedoch selten sind, ist schon die Grundinvestition beachtlich und selbst recht rudimentäre Teile wie Endschalldämpfer schwerer zu bekommen. Weiterhin haben einige Motoren auch in der Szene hinlänglich bekannte Schwachstellen (welche sich, Community sei dank, häufig beheben lassen, trotzdem erstmal informieren...)
d) 3.5 - 4.5 Liter Achtzylinder
Gibts fast ausschliesslich als Kompressormotoren (V8 Turbos sind wegen der Zündfolge und der damit verbundenen Auslasskrümmerform schwerer zu konstruieren, es gibt allerdings ausnahmen, z. B. Bentley auf W8 Basis). Diese Motoren sind sehr drehmomentstark, jedoch auch schwer und hauptsächlich für Cruiser geeignet (Ausnahme: Anordnung als Mittelmotor, dann haste aber wahrscheinlich nen Ferrari und genug Knete, dass dir jemand das Denken abnehmen kann, somit wird diese Seite überflüssig ;) )
e) 5.0 - ?? Liter Zwölfzylinder
Special MUSCLECARS:
Es sieht verlockend aus:
ein 5.7 Liter Chevrolet Camaro Baujahr `86, 100.000 Meilen gelaufen, nur 2000 Eur. Das ganze hat aber mehrere Haken:
100.000 Meilen entsprechen 160.000 km, immer dran denken!
Solche Motoren erfüllen selten Euro 1, sind aber noch nicht alt genug, um sie als Oldtimer druchgehen zu lassen. Kfz Steuern von gerne über 1000 Eur im Jahr sind locker drin.
Man kann zwar 90 Oktan direkt aus der Bohrquelle tanken, davon dann aber auch 20 Liter auf 100km.
Ersatzteile lassen sich meist nur über Import per Internet oder auf Liebhabermärkten abgreifen, da diese Fahrzeuge nie offiziell in Deutschland angeboten wurden (versuch mal einen Ersatz für diesen Knight Rider - Style digitalen Tacho aus einer 89er Corvette zu bekommen ;) ). Selbiges gilt erst recht für Tuningzubehör.
Amerikanische Motoren von der Stange sind mehr oder minder zusammengeschustert. Bevor man ernsthaft an Tuning denkt, muss man den Motor komplett überholen lassen, sämtliche Lager nachbohren und alle Schwungmassen feinwuchten lassen, wenn man jenseits der 4000 Touren kommen will.
Front-, Heck- oder Allradantrieb
Am häufigsten trifft man auf Fronttriebler. Frontriebler haben den Vorteil einer kompakten Motor/Getriebe/Antriebseinheit und durch den Wegfall einer Kardanwelle geringerer Schwungmasse. Leider haben sie einen entscheidenden Nachteil: beim Beschleunigen verlagert sich, Masseträgheit sei dank, das Fahrzeuggewicht nach hinten. Konsequenz: quitschende Reifen. Sieht zwar mächtig aus, ist aber nicht im Sinne des Erfinders, denn durchdrehende Räder beschleunigen das Fahrzeug nicht. Grob gesagt gilt, dass ab 250 PS bei einem Mittelklassewagen die Traktion dermassen abnimmt, das eine weitere Leistungssteigerung das Sprintverhalten (0 - 100 km/h , 4tel-Meile) nicht mehr verbessert. Es ist also auch nicht verwunderlich, dass ein frontgetriebener Golf III GTi schlechtere Sprintwerte hat, als ein entsprechender BMW 320i E36 Coupé mit Heckantrieb. Allradantrieb ist natürlich optimal, jedoch auch selten. Andererseits gibt es nichts schöneres als zu sehen, wie ein Mazda 323 Turbo 4WD eine Supra auf der 1/4 Meile zersägt ;) .
Der erste Service
Obwohl du dich beim Kauf sicherlich vergwissert hast, dass das Objekt deiner Begierde in dem Zustand ist, den der Händler verspricht verpasst du ihm als erstes einen kompletten Flüssigkeitenservice
- Motoröl samt Spülung, Filter nicht vergessen
- Kühlwasser komplett wechseln
- Getriebeöl wechseln
Wenn möglich kann man bei der Gelegenheit mal den Ventildeckel runternehmen und sich über den Zustand der Nockenwellen vergewissern. Als nächstes kommen wir zum Filterwechsel:
- Luftfilter (im Idealfall gleich einen passenden offenen Lufi oder zumindest einen Sportplattenlufi, z. B. von K&N)
- Benzinfilter (wird gerne vergessen, und dann wundert man sich, warum der Motor stockt und ruckt)
Wo man Zubehör bekommt...
Bevor man jetzt anfängt, sich wahllos mit D&W Katalogen einzudecken, sollte man lieber erstmal das Internet bemühen. Die in den Katalogen angebotenen Teile sind zumeist Schnickschnack und Spielerei. Große Marken haben zumeist “Haustuner” die sich auf die jeweiligen Fahrzeuge spezialisiert haben (z. B. Irmscher für Opel, oder Novitec für FIAT). Unter der Rubrik Links werde ich im Laufe der Zeit Adressen diverser Tuner zusammentragen.
Ein Plan muss her
Hat man sich davon überzeugt, dass die Basis stimmt, braucht man einen Plan. Nichts ist ärgerlicher, als tausende Euro in einen Motor zu investieren, nur um diesen dann komplett rauszuschmeissen und gegen einen Turbo zum Beispiel zu ersetzen (ich weiss leider wovon ich rede ... seufz).
Tuning erfolgt auch immer in einer gewissen Reihenfolge, kein Mensch baut sich scharfe Nockenwellen ein ohne vorher den Abgastrakt zu entdrosseln. Mehr dazu aber unter Motortuning.