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Die ersten Schritte

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Wenn man nun schon ein Vehikel hat, beginn man am besten mit der Bestandsaufnahme.

1. Was für eine Motorisierung habe ich?

2. Vorne, Hinten oder alle?

3. Wie geht es dem Motor?

4. Und wo krieg ich jetzt Zeuch her?

5. Ziellos durch Mittelerde

    Motoren

    Saugmotoren

    a) 1.3 - 1.5 Liter Vierzylinder

      Alfa Romeo Twin Spark 2.0 L VierzylinderDumm gelaufen. Einen kleinvolumigen Motor kann man bestenfalls zur Drehzahlsau machen, soll heissen den Motor auf eine hohe Drehzahl optimieren denn grob gilt: Leistung ist proportional zu dem Produkt aus Nenndrehzahl und Drehmoment (unter Nenndrehzahl versteht man die Drehzahl bei der selbiges Produkt am höchsten ist). Turbo- und Kompressorumbauten stehen selten hinsichtlich Kosten und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis. Drehzahlschweine haben jedoch einen unverhältnismässig hohen Verschleiss und häufig sehr schlechte Alltagsqualitäten (siehe Nockenwellen, Rubrik Motortuning)

    b) 1.6 - 2.0 Liter Vierzylinder

      Das ist schonmal ne Basis. Motoren dieser Klasse lassen sich alltagstauglich ohne Turbo- oder Kompressorumbau auf 100PS pro Liter bringen, jedoch mit einem sehr hohen Kostenaufwand. Mit externen Tuningmassnahmen (alles, wozu der Motor nicht zerlegt werden muss, also Auspuff, Luftfilter. Spritcomputer) lassen sich zusätzliche 10 bis 20 PS mobilisieren, je nach Basis (ein gut abgestimmter Sportmotor wie der des BMW 318is lässt sich naturgemäß nicht mehr viel entlocken, bei einem Allerweltsmotor alá Opel 2.0 Liter oder 1.8 L Ford Escort siehts schon anders aus)

    c) 2.0 - 3.0 Liter Sechszylinder

      BMW 2.8 Liter ReihensechszylinderJetzt fängt der Spass an. Diese Motoren haben ohnehin ein recht hohes Drehmoment und sind häufig stabil konstruiert, so dass sich eine Aufladung alá Turbo oder Kompressor empfiehlt. Dummerweise sind diese Motoren häufig in ziemlichen Schlachtschiffen verbaut, welche durch ihr Fahrzeuggewicht die Mehrleistung kompensieren, sodass sich als erste Massnahme eine Schlankheitskur empfiehlt (alles raus was keine Miete zahlt, Wurzelholz sieht toll aus, aber aus dem Rückspiegel betrachtet wirkt es lächerlich ;) )

       

    d) 3.5 - 4.5 Liter Achtzylinder

      Drehmoment in jeder Lebenslage. Turboaufladung wird teuer, da in 90% aller fälle ein Biturbo her muss (ein Turbolader alleine kann nicht den ganzen Motor mit Luft versorgen, ohne ein absolut miserables Ansprechverhalten zu verursachen). Allerdings wird jetzt auch das Motorgewicht zu einem zu berücksichtigendem Faktor. Solche Motoren eignen sich am besten für den überzeugten Autobahn- und Landstrassencruiser.

    e) 5.0 - ?? Liter Zwölfzylinder

      Hierfür gilt alles für den V8 gesagte mit dem Faktor 2. Hinsichtlich ihrer Tuningmöglichkeiten müssen V12 Motoren auch unter dem Aspekt Kosten gesehen werden. Es müssen nunmal 12 Pleuel feingewuchtet werden, 24 - 48 Ventile samt Federn getauscht werden und eine riesige Kurbelwelle geschmiedet werden....

    Turbo- und Kompressormotoren

    a) 1.4 - 1.6 Liter Vierzylinder

      Sind recht selten. Prominentestes Beispiel: Mini Cooper S mit einem 1.6 Liter Kompressormotor mit 163 PS. Namenhafte Tuner haben den Motor mit relativ kleinen Eingriffen auf 200 PS gebracht. Diese Motorenklasse ist hinsichtlich ihres geringen Gewichts und Platzbedarfs besonders für Sprinter geeignet.

    b) 1.8 - 2.0 Liter Vierzylinder

      Eine prima Kompromissklasse zwischen Leistung, Gewicht und Platzbedarf. Bei dieser sehr verbreiteten Motorenklasse gibt es jedoch sehr große Qualitätsunterschiede. Während die einen schon im Serienzustand wahre Sorgenkinder bezüglich Standfestigkeit und Thermik sind, lassen sich andere Motoren bei gleichem Hubraum auf 250 bis 300 PS bringen, ohne in den Motor eingreifen zu müssen. Hier empfehle ich, sich ausführlich in einschlägigen Foren zu informieren. Im allgemeinen haben Turbomotoren gegenüber Kompressormotoren nach oben hin mehr potential.

    c) 2.0 - 3.0 Liter Sechszylinder

      Toyota 3.0 Liter Reihensechszylinder Bi-TurboQuasi die Königsklasse. Hier spielen Supras, Skylines, 3000GTs und Porsches mit. Eine perfekte Mischung aus Gewicht und Leistung. Eine Toyota Supra mit 400 PS ist keine Seltenheit und 800 PS sind auch für normalsterbliche mit entsprechendem Geldbeutel quasi Plug and Play machbar. Da diese Fahrzeuge jedoch selten sind, ist schon die Grundinvestition beachtlich und selbst recht rudimentäre Teile wie Endschalldämpfer schwerer zu bekommen. Weiterhin haben einige Motoren auch in der Szene hinlänglich bekannte Schwachstellen (welche sich, Community sei dank, häufig beheben lassen, trotzdem erstmal informieren...)

    d) 3.5 - 4.5 Liter Achtzylinder

      Gibts fast ausschliesslich als Kompressormotoren (V8 Turbos sind wegen der Zündfolge und der damit verbundenen Auslasskrümmerform schwerer zu konstruieren, es gibt allerdings ausnahmen, z. B. Bentley auf W8 Basis). Diese Motoren sind sehr drehmomentstark, jedoch auch schwer und hauptsächlich für Cruiser geeignet (Ausnahme: Anordnung als Mittelmotor, dann haste aber wahrscheinlich nen Ferrari und genug Knete, dass dir jemand das Denken abnehmen kann, somit wird diese Seite überflüssig ;) )

    e) 5.0 - ?? Liter Zwölfzylinder

      Ferrari F50. Mercedes S/CL 600. Maybach. Noch Fragen?

    Special MUSCLECARS:

    Typischer amerikanischer 5.7 Liter V8 Small (!!) BlockEs sieht verlockend aus:

    ein 5.7 Liter Chevrolet Camaro Baujahr `86, 100.000 Meilen gelaufen, nur 2000 Eur. Das ganze hat aber mehrere Haken:

    100.000 Meilen entsprechen 160.000 km, immer dran denken!

    Solche Motoren erfüllen selten Euro 1, sind aber noch nicht alt genug, um sie als Oldtimer druchgehen  zu lassen. Kfz Steuern von gerne über 1000 Eur im Jahr sind locker drin.

    Man kann zwar 90 Oktan direkt aus der Bohrquelle tanken, davon dann aber auch 20 Liter auf 100km.

    Ersatzteile lassen sich meist nur über Import per Internet oder auf Liebhabermärkten abgreifen, da diese Fahrzeuge nie offiziell in Deutschland angeboten wurden (versuch mal einen Ersatz für diesen Knight Rider - Style digitalen Tacho aus einer 89er Corvette zu bekommen ;) ). Selbiges gilt erst recht für Tuningzubehör.

    Amerikanische Motoren von der Stange sind mehr oder minder zusammengeschustert. Bevor man ernsthaft an Tuning denkt, muss man den Motor komplett überholen lassen, sämtliche Lager nachbohren und alle Schwungmassen feinwuchten lassen, wenn man jenseits der 4000 Touren kommen will.

    Front-, Heck- oder Allradantrieb

    Am häufigsten trifft man auf Fronttriebler. Frontriebler haben den Vorteil einer kompakten Motor/Getriebe/Antriebseinheit und durch den Wegfall einer Kardanwelle geringerer Schwungmasse. Leider haben sie einen entscheidenden Nachteil: beim Beschleunigen verlagert sich, Masseträgheit sei dank, das Fahrzeuggewicht nach hinten. Konsequenz: quitschende Reifen. Sieht zwar mächtig aus, ist aber nicht im Sinne des Erfinders, denn durchdrehende Räder beschleunigen das Fahrzeug nicht. Grob gesagt gilt, dass ab 250 PS bei einem Mittelklassewagen die Traktion dermassen abnimmt, das eine weitere Leistungssteigerung das Sprintverhalten (0 - 100 km/h , 4tel-Meile) nicht mehr verbessert. Es ist also auch nicht verwunderlich, dass ein frontgetriebener Golf III GTi schlechtere Sprintwerte hat, als ein entsprechender BMW 320i E36 Coupé mit Heckantrieb. Allradantrieb ist natürlich optimal, jedoch auch selten. Andererseits gibt es nichts schöneres als zu sehen, wie ein Mazda 323 Turbo 4WD eine Supra auf der 1/4 Meile zersägt ;) .

    Der erste Service

    Obwohl du dich beim Kauf sicherlich vergwissert hast, dass das Objekt deiner Begierde in dem Zustand ist, den der Händler verspricht verpasst du ihm als erstes einen kompletten Flüssigkeitenservice

      - Motoröl samt Spülung, Filter nicht vergessen

      - Kühlwasser komplett wechseln

      - Getriebeöl wechseln

    Wenn möglich kann man bei der Gelegenheit mal den Ventildeckel runternehmen und sich über den Zustand der Nockenwellen vergewissern. Als nächstes kommen wir zum Filterwechsel:

      - Luftfilter (im Idealfall gleich einen passenden offenen Lufi oder zumindest einen Sportplattenlufi, z. B. von K&N)

      - Benzinfilter (wird gerne vergessen, und dann wundert man sich, warum der Motor stockt und ruckt)

    Wo man Zubehör bekommt...

    Bevor man jetzt anfängt, sich wahllos mit D&W Katalogen einzudecken, sollte man lieber erstmal das Internet bemühen. Die in den Katalogen angebotenen Teile sind zumeist Schnickschnack und Spielerei. Große Marken haben zumeist “Haustuner” die sich auf die jeweiligen Fahrzeuge spezialisiert haben (z. B. Irmscher für Opel, oder Novitec für FIAT). Unter der Rubrik Links werde ich im Laufe der Zeit Adressen diverser Tuner zusammentragen.

    Ein Plan muss her

    Hat man sich davon überzeugt, dass die Basis stimmt, braucht man einen Plan. Nichts ist ärgerlicher, als tausende Euro in einen Motor zu investieren, nur um diesen dann komplett rauszuschmeissen und gegen einen Turbo zum Beispiel zu ersetzen (ich weiss leider wovon ich rede ... seufz).

    Tuning erfolgt auch immer in einer gewissen Reihenfolge, kein Mensch baut sich scharfe Nockenwellen ein ohne vorher den Abgastrakt zu entdrosseln. Mehr dazu aber unter Motortuning.

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